Zittern in Potsdam
von Frank Hoppe (Kommentare: 0)

Knappes 4½:3½ beim Tabellenletzten Potsdam-West
War das ein Gegurke am 8. Februar. Als Favorit nach Potsdam gereist, entgingen wir knapp einer Pleite. Beim Stand von 4:3 machte Dietmar ein leicht besser stehendes Endspiel remis und sicherte uns die zwei Mannschaftspunkte. Enttäuschend war die Vorstellung von Daniel und Frank, deren Niederlagen etwas überraschend kamen. An Brett eins schrammte unser Vorstopper Thomas knapp an der Punkteteilung gegen einen über 400 DWZ-Punkte stärkeren Gegner vorbei.
Dabei begann alles recht schön. Tino brachte uns mit seinem schnellen Schwarzsieg in Führung. Auch Michael stand praktisch auf Gewinn. Doch alsbald zogen dunkle Wolken auf. Frank hatte seine Stellung vermurkst und der Gegner begann schön zu spielen, indem er einfach mal eine Figur opferte. Die starken Freibauern sicherten ihm den Sieg, obwohl die Abwicklung in ein materiell gleichstehendes Bauernendspiel sicher nicht zur Nachahmung zu empfehlen ist. Da habe ich meinen Gegner Bernd Schlüter wohl mächtig unterschätzt. In einem Betriebsschachwettkampf Gillette gegen Bund in den 90ern hatte ich ihn noch im Griff. Aber Bernd hat einen Lauf, wie er mir nach der Partie sagte. Noch ungeschlagen in dieser Saison und letztes Jahr nur eine Niederlage beim historischen Aufstieg in die Landesliga.
Bei Michael, zwei Bretter neben mir, begann mit zunehmender Spieldauer das große Zittern. In einem Sizilianer hatte er den über 500 DWZ-Punkte schwächeren Sebastian Mahling demontiert. Der weiße König stand nahezu schutzlos am Damenflügel im Freien und der Königsflügel lag noch im Dornröschenschlaf. Doch statt zum finalen Schlag anzusetzen, erlaubte Michael dem Gegner die Entwicklung des Königsflügels und Mattdrohungen gegen seinen eigenen König. Mit zunehmender Zeitnot schlichen sich weitere Fehler und Zugwiederholungen ein und Schwarz verpaßte einen zweizügigen Damengewinn. Glücklicherweise fand unser sechstes Brett nach der Zeitkontrolle wieder den rechten Weg.
Partien und Stellungsbilder vom Wettkampf bleibe ich diesmal schuldig. Für die Eingabe der Partien fand ich (noch) keine Zeit. Vielleicht können die Fotos vom Spieltag etwas versöhnen.
Ergebnisse
SV Rochade Potsdam-West I | 3.5-4.5 | Doppelbauer Woltersdorf | ||
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3 | Carsten Petzholtz (1949) | 1-0 | Thomas Krüger (1515) | 2 |
5 | Hendrik Schilling (1910) | 0-1 | Tino Dzubasz (2040) | 3 |
6 | Wolfgang Brestrich (1908) | 1-0 | Daniel Gurack (1976) | 4 |
7 | Bernd Schlüter (1847) | 1-0 | Frank Hoppe (1952) | 5 |
8 | André Geisler (1800) | 0-1 | David Schmidt (1843) | 6 |
9 | Sebastian Mahling (1331) | 0-1 | Michael Altmann (1841) | 7 |
13 | Christian Osterland (1550) | 0-1 | Andreas Papendieck (1729) | 8 |
14 | Axel Hoffmann (1634) | ½-½ | Dietmar Bunk (1788) | 16 |
Aktuelle Tabelle
Pl. | Mannschaft | S | R | N | MP | BP |
---|---|---|---|---|---|---|
1 | ESV Lok Raw Cottbus I | 4 | 2 | 0 | 10:2 | 30.5 |
2 | Schachclub Oranienburg I | 4 | 2 | 0 | 10:2 | 30 |
3 | SC Empor Potsdam 1952 II | 4 | 1 | 1 | 9:3 | 31.5 |
4 | Doppelbauer Woltersdorf | 3 | 2 | 1 | 8:4 | 26 |
5 | SG Lok Brandenburg I | 3 | 0 | 3 | 6:6 | 23.5 |
6 | SSG Lübbenau I | 1 | 3 | 2 | 5:7 | 24.5 |
7 | ESV 1949 Eberswalde I | 2 | 1 | 3 | 5:7 | 23 |
8 | SV Blau-Gelb 1899 Hosena | 2 | 1 | 3 | 5:7 | 21 |
9 | Potsdamer SV Mitte I | 1 | 0 | 5 | 2:10 | 16.5 |
10 | SV Rochade Potsdam-West I | 0 | 0 | 6 | 0:12 | 13.5 |
Frank Hoppe
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